Chronik

Die „Forstenrieder Besetzung” ab 1927

Eine einzelne Notenmappe aus jener Zeit trägt die Bezeichnung „Trachtenkapelle Forstenried“. Möglicherweise wurde aus dieser Trachtenkapelle heraus die „Musik-Kapelle Forstenried“ gegründet. Die Forstenrieder Josef, Anton und Max Niefenecker bildeten in der Kapelle durch die Besetzung der drei wichtigsten Melodiestimmen das musikalische Rückgrat, Walter Niefenecker spielte die Basstrompete I.

Kern der „Forstenrieder Besetzung“ war eine typische neunstimmige Bayrische Blechmusik, die bei Bedarf um die große und kleine Trommel oder eine so genannte Clarinettenmusik (bestehend aus einer Es-Klarinette, zwei B-Klarinetten und einer Flöte in Des) erweitert werden konnte. Die Blechmusik selbst umfasste die Stimmen Alt-(Flügel)horn, Flügelhorn, Trompete I, Trompete II (alle in B), Posaune, Basstrompete I, Basstrompete II, Trompete II in Es und Basstuba, also vier Melodie- und fünf Begleitstimmen. In den älteren Notenblättern waren zudem die Trompetenstimmen in B nicht vorhanden, die Melodie wurde hier neben dem Flügelhorn (in B oder C) bzw. dem Piston (in B) mit zwei Es-Trompeten geblasen.

Bemerkenswert ist, dass sich diese „Forstenrieder Besetzung“ über vier Jahrzehnte bis in die sechziger Jahre hinein gehalten hat, als in anderen Kapellen längst die Flügelhörner doppelt besetzt waren und das zweite Flügelhorn die Altstimme übernommen hatte. Das Althorn (in B) der klassischen „Forstenrieder Besetzung“ ist mittlerweile zusätzlich durch die Stimme des heute gebräuchlichen Tenorhorn I verdrängt worden, die Posaune, welche in der „Forstenrieder Besetzung“ als Tenorstimme zwischen Melodieregister und Begleitregister vermittelte, wurde zwischenzeitlich durch den Bariton ersetzt; statt der beiden Basstrompeten im Nachschlag findet man heute dagegen zwei Posaunen. Die Es-Trompete ist ersatzlos entfallen.

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