Chronik

Militärmusik und Musik-Kapelle Forstenried

Die teils handschriftlichen, teils gedruckten Notenblätter der Blaskapelle Forstenried stammen überwiegend aus der Zwischenkriegszeit, teilweise aber auch noch aus der Zeit der Monarchie, wie die Stempelaufdrucke des Kgl. Bayrischen Infanterie Leibregiments (später: Reichswehr Infanterie Regiment) oder des Kgl. Sächsischen Landwehr Regiments 388 zeigen.

Insbesondere diese und weitere Notenblätter des Trompeterkorps der 4. Nachrichtenabteilung sind über Franz Kellner und Sepp Lang in die Notensammlung von Max Niefenecker gelangt und legen Zeugnis darüber ab, wie das Repertoire der Militärmusikkorps nach und nach Eingang in die „zivile“ Unterhaltungsmusik gefunden hat: Die Militärmusiker schrieben damals in ihrer Freizeit aus den ihnen zugänglichen Musikstücken für kleine Besetzungen und zu privaten Zwecken außerhalb des Dienstbetriebes Arrangements, die nach Ende der Dienstzeit (spätestens 1945) bei ihnen verblieben.

Die ältesten mit Jahreszahlen versehenen und damit eindeutig datierbaren Notenhandschriften sind die Marschbücher und Tanzhefte des Kapellmeisters und Musiklehrers Michael Reitberger aus den Jahren 1919 und 1920 sowie handgeschriebene Arrangements aus dem Jahr 1917, die von verschiedenen Militärmusikern während des 1. Weltkrieges in Flandern niedergeschrieben wurden. Das Notenmaterial des Michael Reitberger bildete übrigens die musikalische Grundausstattung der „Musik-Kapelle Forstenried“ bei deren Gründung im Jahr 1927.

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